Wie das Radar zu lesen ist
Messung und Vorhersage
Bis 00:30 Uhr zeigt die Animation gemessene Niederschläge. Alles danach ist eine Vorhersage: Der Deutsche Wetterdienst rechnet die erkannten Regengebiete zwei Stunden in die Zukunft weiter. Das funktioniert gut bei gleichmäßigem Landregen, der über weite Strecken seine Richtung hält. Bei einzelnen Schauern und Gewittern ist es unsicherer – solche Zellen entstehen und vergehen an Ort und Stelle, ohne dass eine Fortschreibung das erfassen könnte.
Die graue Fläche am westlichen Rand
In den vorhergesagten Zeitschritten schiebt sich von Westen eine graue Fläche mit rundlichem Rand ins Bild, die mit jedem Schritt größer wird. Das ist kein Darstellungsfehler, sondern die Grenze dessen, was sich überhaupt vorhersagen lässt: Das Verfahren schreibt die Regengebiete fort, die das Radar gerade sieht. Am westlichen Rand müssten dafür Felder eingesetzt werden, die noch außerhalb der Radarreichweite liegen und deshalb unbekannt sind. Statt dort fälschlich „kein Regen“ zu zeigen, bleibt die Fläche grau – dort ist schlicht keine Aussage möglich. Die runde Form stammt von der Reichweite der einzelnen Radarstationen. In den gemessenen Zeitschritten kommt das nicht vor.
Was die Farben bedeuten
Das Radar misst nicht die Regenmenge, sondern wie stark die Niederschlagsteilchen den Radarstrahl zurückwerfen – die Reflektivität in dBZ. Daraus lässt sich die Regenmenge abschätzen, aber nicht exakt bestimmen: Große Tropfen reflektieren stärker als viele kleine, auch wenn am Boden gleich viel ankommt. Die Millimeterangaben in der Legende sind deshalb Näherungswerte. Die blauen und violetten Töne am oberen Ende der Skala stehen für Reflektivitäten, die in unseren Breiten praktisch nur bei Hagel auftreten.
Warum das Radar manchmal Regen zeigt, der nicht ankommt
Der Radarstrahl tastet die Atmosphäre in einigen hundert bis tausend Metern Höhe ab, nicht am Boden. Bei trockener Luft verdunstet Niederschlag auf dem Weg nach unten – das Radar sieht ihn, im Garten bleibt es trocken. Umgekehrt kann leichter Nieselregen unterhalb der Radarwahrnehmung liegen und gar nicht erscheinen.
Verhältnis zu den Messwerten dieser Station
Die Wetterstation in Bad Münder misst den Niederschlag direkt vor Ort in einer Kippwaage – das ist der genauere Wert für diesen einen Punkt. Das Radar zeigt dafür die Fläche und die Zugrichtung. Beides ergänzt sich: Was tatsächlich gefallen ist, steht im Regenarchiv; wohin es zieht, zeigt diese Karte. Amtliche Warnungen bei Unwettern findest du unter Wetterwarnungen, die Aussichten für die nächsten Tage in der Vorhersage.